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Konstantin Michel
WinterДата: Четверг, 02.27.2014, 6:43 PM | Сообщение # 1
Полковник
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In Rußland (Wolgagebiet) geborener Konstantin Michel erinnert sich in diesem Buch an einige Episoden seines Lebens bis zur Ausreise nach Deutschland.

An diesen Tagen war der Himmel dicht bewölkt und nur gegen Abend haben sich die Wolken etwas verstreut, als die Sonne sich dem Horizont näherte, welcher, wie es schien, alle Sonnenstrahlen zusammengefaßt und ihn an sich herangezogen hatte, womit der doch wohl die ganze verlorene Tageswärme den Pflanzen und der Tierwelt zurückgeben wollte.

Die Hauptbewohner des Dorfes und am meisten die älteste Generation waren der Meinung, daß solche bewölkte Tage nicht ohne Regen vorbei gehen werden. Und wirklich am Nachmittag, was die Hauptzeit für die Traktoristen und Feldarbeiter war, fing ganz langsam ein feiner Regen an, als ob er durch ein feines Sieb gesiebt wurde. Das was für die alten Menschen ein Beweis, daß die Wettervorhersage richtig gewesen war. Der 72-jährige Matheus hat einfach den jüngeren Männern keine Ruhe gelassen mit seinen Prognosen. Er behauptete, daß er schon am frühen Morgen jedes Tages wisse, was es für ein Wetter geben würde. Er lief von einem Mann zum anderen, suckelte das Mundstück seiner Pfeife, die nicht mehrt brannte und ihm an einem aus feinem Leder geflochtenen Pfeiffenschlauch hing. Nach seiner eigenen Erklärung hatte er diese Pfeife schon vor dem 1. Weltkrieg 1914 geraucht. Er wurde von den Einwohnern sehr geschätzt, und jeder glaubte ihm, daß diese Pfeife die älteste sei unter allen Pfeifen im Dorf und Umgebung. Niemand konnte ihm widersprechen, obwohl alle wußten, daß dies mit dem Regen ein reiner Zufall war, nicht seine „wissenschaftlichen" Beweise. An diesem Herbsttag 1929, wie noch nie in der Geschichte dieses Dorfes, kochte die Arbeit wie auf dem Feld als auch im Dorf von morgen früh bis zum späten Abend. In freier Zeit unterhielten sich die Dorfbewohner seht interessiert darüber, wo und was alles geschah. In diesen Tagen kamen viele Bevollmächtigten und Agitatoren aus dem Kreiszentrum, die der Bevölkerung von den neuen landwirtschaftlichen Einrichtungen erzählten. Solche Einrichtungen wurden von ihnen Kolchosen und Sowchosen genannt, die für den Einwohner des Dorfes unbekannt waren und von denen der Bauer noch nie in seinem Leben gehört hatte.Nach den Worten des Bevollmächtigten würde alles in Zukunft anders werden. Es solle keinen Unterschied mehr zwischen Reich und Arm geben und man würde die Ungerechtigkeit für ewig abschaffen und für jeden würde es ein neues Leben geben. Jeder Bürger solle sich bestreben, mit dem anderen Bürger seine Wirtschaft in so genannte „Kolchosen" zu vereinigen und sein Hab und Gut dort abzulegen. Den Bauern wurde eingeprägt, daß das ihnen eine Erleichterung in Zukunft bringen werde und laut Gesetz das Land ihnen für ewig gehören werde. Jeder bekomme gleich soviel wie der andere. Ein Mitglied der Kolchose zu sein, solle große Ehre sein, jeder Bürger werde damit einen Schritt näher dem Aufbau des Sozialismus kommen, welcher zu dem baldigen Kommunismus führen werde. Ein großer Teil der Bauern stellte sich gegen diese Maßnahmen, sie behaupteten, daß alles könne viel schlechter für den Staat und auch für die Bauern werden. Es wurden Meinungen ausgesprochen, daß alles dies in den kommenden drei-fünf Jahren den Zerfall der Landwirtschaft im Lande bringen wird. Aber nicht die Meinung der Bevölkerung und nicht der Widerstand konnten den neuen „Landaufbau" verhindern, alles wurde schon von der Macht vorausgesagt und es wurden große Pläne eingeführt.Die junge Generation, die in ihrem Alter noch nicht begreifen konnte, was das alles bringen würde, war sehr neugierig und steckte ihre Nase überall rein. Am meisten waren es Jungen. Mädels waren nicht besonders am sozialistischen Aufbau interessiert, sie hatten damals noch großes Interesse an Handarbeit, wie Stricken und Häkeln, was in dieser Zeit große Mode gewesen und ihnen von den Eltern beigebracht worden war. Auch in der Schule haben die Lehrer schon gemerkt, daß die Hausaufgaben von den Jungens mehr vernachlässigt wurden als von den Mädchen. Mit einem Worte, das neue System wirkte auf alles so ein, daß sich auch die kleinen Kinder bei nicht strengen Eltern ungehorsam wurden und manchmal ihren Eltern widersprachen. Das alles war schon ein Plus für den Staat und für das neue Erziehungssystem der kommenden Gesellschaft. Den Kindern wurde doch schon in der Schule das Zukünftige vorgeprahlt. Die Kollektivierung in beiden Dörfern Neu-Zürch und Gnadenflur ging mit großem Tempo vorwärts. Die Traktoren „Mac-Cormick-diring" oder „Fordson" lärmten auf den Straßen Tag und Nacht, es gab selten noch Nächte, in denen man hören konnte, wie sich die Hunde meldeten und ihrem Wirt bekannt gaben, daß sie ihre Nachtschicht treu und ehrlich machten.
 
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